- Klaus Wieland

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Vom 1. April 1985 bis zum 31. März 2006 vertrat ich die Bürgerschaft meiner Wahlheimatstadt Darmstadt.

Links oben:
Die Stadtkirche, rechts daneben der "Lange Ludwig", Darmstadts Wahrzeichen auf dem Luisenplatz.
Rechts oben die Ludwigskirche, unten das Schloss und das Alte Rathaus am Marktplatz.

Seit Ende Januar 2013 hat Darmstadt 150.000 Einwohner. Tendenz steigend!

Meine Aufgaben waren:

  • Mitglied im Ausschuss Bauen, Planen und Verkehr

  • Mitglied im Umweltausschuss und öffentliche Einrichtungen

  • Mitglied im Ausschuss f. Fragen d. Gleichstellung und interkulturelle Fragen

  • Mitglied in der Verbandsversammlung der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation (DADINA) und ZAS (Zweckverband Abfallverwertung Südhessen)

  • Mitglied in weiteren Kommissionen


Kommunalpolitik ist "Politik zum Anfassen", für mich zum Greifen. Ich wollte nicht mehr "auf dem Balkon stehen" und zuschauen.
Mitgestalten und Mitverantworten war schon immer meine Devise, ob im Betriebsrat, im Vertrieb meiner ehemaligen Firma oder in der Kommunalpolitik.

Die liberale und weltoffene Bürgerhaltung der Mehrheit meiner Wahl-Heimat Darmstadt kommt meiner Grundeinstellung sehr entgegen. Die Erhaltung und der Ausbau der Freundschaft zu unseren 15 Schwesterstädten liegt mir am Herzen. Besonders zu den Städten jenseits des ehemaligen Eisernen Vorhanges pflege ich Kontakte: Freiberg in Sachsen, Plock in Polen, Liepaja in Lettland, Szeged in Ungarn und Ushgorod in der Ukraine.
Die Innenstadt muss weiterentwickelt werden, der Einzelhandel muss in fast allen Stadtteilen gestärkt werden.
Den öffentlichen Personen-Nahverkehr gilt es weiter zu fördern. Bezahlbare Wohnungen gehören zu meinem sozialdemokratischen Grundverständnis.


Besuch mit der ehemaligen Bundesjustiz-
ministerin Brigitte Zypries im Willy-Brandt-
Haus in Berlin.


Der "Französische Dom" am Gendarmen-
markt.

Berlin ist wieder Weltstadt
Darmstädter „Nordlichter“ bei Brigitte Zypries


Von Klaus Wieland

Was ist eine Weltstadt? Ich behaupte, dass man es riechen kann. Mit verbundenen Augen könnte man mich „Unter den Linden“ absetzen – ich würde Berlin ebenso riechen, wie die Weltstädte Paris, Rom oder London. Die Berliner Entwicklung nach der Wende vor 20 Jahren ist phänomenal. Zwischen 1994 und 1997 war ich beruflich fast wöchentlich in der Nicht-mehr-Frontstadt: Der Himmel wurde von Baukränen beherrscht. Der Ex- Grenzbahnhof Friedrichstraße stand ohne Dach da. Die Stadt wurde von einer unbeschreiblichen Hektik geprägt. In den Folgejahren war ich dadurch nur drei Mal in Berlin.

Jetzt ist alles anders. Berlin hat das Flair einer Hauptstadt inklusive „obligatorischen“ Bausünden, die nicht ausbleiben konnten. Man kann gemütlich über die Boulevards schlendern, sich die Museumsinsel anschauen und die Prachtexemplare im Pergamon- oder Bode-Museum betrachten. Oder an den Theatern vorbei zum wunderschönen Gendarmenmarkt schlendern. Im U-Bahnhof „Französische Straße“ erinnere ich mich immer an die Geisterfahrt durch Ostberlin vom Gesundbrunnen bis zur Kochstraße. Nein – ich bin jetzt Berlin-Fan. Die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hatte eine Gruppe eingeladen, darunter viele aus Darmstadts drei nördlichen Stadtteilen. Der obligatorische Besuch im Gebäude des Bundestages – „Reichstag“ geht mir schwer aus der Feder – war eine Facette des Besuchs. Perfekt und fast ohne Baukräne ist Berlin aus der Kuppel zu betrachten. Für viele war der Besuch im Außenministerium der Höhepunkt des politischen Teils des Besuchs. Eine echte Diplomatin – keine angelernte Fremdenführung – stand Rede und Antwort und es sprach für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass man aus Zeitgründen

den Dialog abbrechen musste. Natürlich geht eine von einer SPD-Abgeordneten eingeladene Gruppe ins Kreuzberger Willy-Brandt-Haus.

Unter die Haut ging allen das Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“. Das Zentrum holt die Aufbereitung der Nazizeit nach, die meiner Meinung nach in den 1950er und 1960er Jahren versäumt wurde. Mir gingen die Aussagen meiner Generation durch den Kopf: „Nie wieder Nazis – nie wieder Krieg.“ Nicht direkt vergleichbar aber Terror auf andere Art zeigte die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße.

Weiterer Höhepunkt war der Besuch des Jüdischen Museums – allein die Gänge und symbolischen Darstellungen gingen unter die Haut. Ich habe viel Neues über jüdische Mitbürger gelernt.

MdB Brigitte Zypries nahm sich drei Stunden Zeit für eine in jeder Beziehung grenzenlosen Schifffahrt auf der Spree von Treptow bis Bellevue. Lob und Dank gab es für sie und ihre Mitarbeiterinnen. Was ich nicht für möglich gehalten habe: In meinem Kopf existiert noch eine kleiner Teil der Mauer: Unser Bus stand im Bezirk Mitte – Ex-Ostberlin – und ich suchte ein Cafe im Bezirk Tiergarten auf. „Wie kommst du zum Bus zurück?“ So schoss es mir durch den Kopf. Da muss ich noch an mir arbeiten. „Erst wenn keiner mehr sagt: Hier war die Grenze, ist die Vereinigung endgültig vollbracht.“ Diese Worte meines Freundes Horst Deutscher aus Darmstadts sächsischer Partnerstadt Freiberg passen dazu.

 
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